Ernährung bei Diabetes
Teil 2: Die Hauptbestandteile der Ernährung bei Diabetes und
deren Zubereitung
Eine erfolgreiche Behandlung
des Diabetes mellitus beruht auf dem Zusammenwirken mehrerer einzelner
Therapiebereiche, den sog. „Fünf Säulen“ der Diabetesbehandlung und die
Grundlage jeder Diabetesbehandlung ist die
Einhaltung und
Durchführung einer für jeden Diabetiker persönlich zusammengestellten
Ernährungsform. So wird eine gute Stoffwechseleinstellung erzielt und
gleichzeitig das Normalgewicht erreicht. Allgemeine Empfehlungen zur
Ernährung
bei Diabetes finden Sie in
Teil 1.
1. Empfehlung
zur Kohlenhydrataufnahme bei Diabetes
Die Kohlenhydrate
als Mittel der Ernährung bei Diabetes werden unterteilt in:
Einfachzucker:
Glukose (Traubenzucker), Fruktose (Fruchtzucker)
Zweifachzucker:
Haushaltzucker, Milchzucker, Malzzucker
Mehrfachzucker:
Stärke, Zellulose
Kohlenhydrate können nur
als Glukose aus unserem Darm direkt ins Blut übertreten. Komplexe Kohlenhydrate
(Mehrfachzucker) müssen erst auf gespalten werden. Der Blutzuckeranstieg
wird verzögert.
Zu den
kohlenhydrathaltigen Mitteln der Ernährung zählen Zucker, Zuckerwaren, Obst,
Obstsaft, Getreide, Getreideerzeugnisse, Reis, Nudeln, Kartoffeln,
Kartoffelerzeugnisse, Gemüse und Zuckeraustauschstoffe.
Zucker und alle zuckerhaltigen Mittel sind bei
der Ernährung bei Diabetes mellitus nicht geeignet, da sie einen
plötzlichen unerwünschten Blutzuckeranstieg
bewirken.
Zum
Süßen können
kohlenhydrat- und kalorienfreie Süßungsmittel wie z.B.: Saccharin, Cyclamat,
Aspartam usw. verwendet werden.
Alle anderen kohlenhydrathaltigen Mittel der
Ernährung sind mengenmäßig begrenzt – an den Blutzuckerverlauf angepasst –
erlaubt.
Ballaststoffe
(Zellulose, Pektin) erfüllen eine wichtige
Aufgabe im Stoffwechsel. Sie verzögern die Aufnahme von Nährstoffen ins Blut und
den Blutzuckeranstieg. Empfehlenswert sind 30–35 g Ballaststoffe zu verzehren.
Ballaststoffreiche
Kohlenhydrate sind z.B.: Vollkornprodukte, Kartoffeln, Obst, Gemüse und
Hülsenfrüchte.
Die tägliche
Zufuhr an Kohlenhydraten wird in Form von Berechnungseinheiten = BE berechnet.
1 BE entspricht 12
g verwertbaren Kohlenhydraten
Angaben über die jeweilige
Nahrungsmittelmenge, die 1 BE entspricht, kann man einer BE - Austauschtabelle
entnehmen. Bei speziell für Diabetiker hergestellten Lebensmitteln (Produkten)
sind die Mengenangaben pro BE auf den Verpackungen zu beachten.
2. Empfehlung
zur Eiweißaufnahme bei der Ernährung bei Diabetes
Die tierischen Eiweißlieferanten als Mittel
der Ernährung sind fettarme
Fleisch und Fleischwaren ( sichtbares Fett
entfernen ), fettarme Fisch und Fischwaren, fettarmes Geflügel (ohne Haut) und
Wild, fettarme Milch
(bis 1,5 % Fett) und Milchprodukte wie Käse bis
45 % F.i.Tr. und Magerquark
sowie Eier.
Die aufgeführten Mittel der Ernährung sind
ohne BE-Anrechnung (außer Milch, Buttermilch, Joghurt, Dickmilch und Kefir)
erlaubt.
Aber ein unnötig hoher
Eiweißkonsum ist unerwünscht, da es sonst zu einer Überlastung der Nieren kommt!
Die pflanzlichen Eiweißlieferanten sind Getreide und Getreideprodukte,
Hülsenfrüchte und Kartoffeln, die
angerechnet werden müssen.
3.
Empfehlung zur Fettaufnahme bei der Ernährung bei Diabetes
Eine
Reduzierung der Fettmenge führt zu einer Senkung des Risikos für
Herz-Kreislauf-Erkrankungen und bestehendes
Übergewicht wird evtl. reduziert. Lebensmittel mit einem hohen Fettgehalt und
einem hohen Cholesteringehalt sollten eingeschränkt werden.
Auf ein ausgewogenes
Verhältnis von Lebensmitteln mit gesättigten Fettsäuren wie z.B.:
Butter, Plattenfette, Sahne, Käse, Wurst und Lebensmitteln mit ungesättigten
Fettsäuren wie z.B.: Margarine, Pflanzenöle, Seefische, Avocado
ist zu
achten!
4. Geeignete Zubereitungsmethoden bei der Ernährung bei Diabetes mellitus
Eine fettarme Zubereitung ist empfehlenswert.
Geeignete fettarme Garmethoden sind:
Kochen in wenig Wasser,
Dünsten in wenig Wasser oder wenig Fett, Dämpfen z.B. im Dampfdrucktopf, Grillen
ohne Fettzugabe, Garen in Alu-Folie oder Bratschlauch, im Tontopf oder in der
feuerfesten Glasform, Garen in der Teflonpfanne ohne Fettzugabe.
Soßen und Gemüse
nicht mit Mehl oder Stärke binden. Zum Binden kann ein fein püriertes Gemüse
oder ein kohlenhydratfreies Bindemittel wie z.B.: Nestargel oder Biobin
verwendet werden. Salatsoßen mit Joghurt, Quark und Gewürzen zubereiten.
Fett
von Saucen, Eintöpfen und Suppen
abschöpfen.
Fleisch „natur“
statt paniert zubereiten.
Diese Strategie bei der Ernährung bei
Diabetes wird von unserer
Klinik verfolgt. Weitere wertvolle Tipps über geeignete und ungeeignete
Lebensmittel erhalten in
Teil 3
unserer Serie zur Ernährung bei Diabetes.
Sollten Sie Interesse haben mit uns
an den oben genannten Zielen auch im Rahmen anderer Erkrankungen und
Behinderungen zu arbeiten, könnte die Behandlung und Arbeit in unserer Klinik
angegangen werden.
Zugangswege zur
Rehabilitationsbehandlung
über folgende Kostenträger
·
Gesetzliche Krankenversicherung,
·
Rentenversicherung,
·
Private Krankenkassen
übernehmen die Kosten für eine
Behandlung im Hause.
Vor Aufnahme im Hause muss
im Regelfall eine Kostenübernahmeerklärung des Kostenträgers vorliegen. Die
Kostenübernahme muss vom Patienten beim zuständigen Kostenträger beantragt
werden. Hierbei sind die niedergelassenen ärztlichen Kollegen (Hausarzt,
Internist, Orthopäde), die die ambulante Betreuung gewährleistet haben, mit
einzubinden.
Ihr
Team der Wicker Klinik Bad Homburg
Und hier ein Überblick über unsere weiteren Artikel zum Thema Diabetes:
Diabetes-Medikamente,
Diabetes mellitus,
Diabetes und
Sport
Ernährung
bei Diabetes:
Teil 1
- Theorie und allgemeine Empfehlungen
Teil 2
- Die Hauptbestandteile der Ernährung
Teil 3
- Getränke und ungeeignete Lebensmittel

Zur Klärung
weiterer medizinischer Fragen und Behandlungs- bzw. Therapiemöglichkeiten steht
Ihnen unser Chefarzt im persönlichen Gespräch gerne zur Verfügung. Bitte
vereinbaren Sie zuvor einen Termin in unserer Privatambulanz.
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Aktualisiert:
Juni 2010
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