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Diabetes mellitus
Behandlung mit Verstand und Blick für's
Detail
Die
Erkrankung an
Diabetes mellitus ist ein häufiges Geschehen. Schätzungen
gehen von 5 bis 7 % der Gesamtbevölkerung der BRD aus, Tendenz steigend. In
einer Rehabilitationsklinik - wie der Wicker Klinik Bad Homburg - beobachten
wir die Zuckerstoffwechselstörung häufig als Begleiterkrankung. Oftmals tritt
Diabetes mellitus im Anschluss an eine Operation oder ein anderes
Krankheitsgeschehen wie Schlaganfall oder Unfall auf. Dann also, wenn der
Stoffwechsel 'entgleist' und aus dem Gleichgewicht gerät.
Bereits
Mitte der 90er Jahre konnten wir anhand einer systematischen Ermittlung
des Informationsstandes der Patientinnen und Patienten per Fragebogen und deren
Auswertung belegen, dass einerseits ein direkter Zusammenhang zwischen genauen
Kenntnissen über Wesen und Verlauf der Erkrankung und der Güte der
Blutzucker-Einstellung besteht. Andererseits war in der Mehrzahl der Befragten
das Wissen (gemessen an der Selbsteinschätzung des Patienten) unzureichend,
somit die Einstellung des Blutzuckers unbefriedigend. Diese Erkenntnisse
schlagen sich inzwischen auch in den Disease-Management-Programmen vieler
Kostenträger nieder, welche die Patienten -Selbstverantwortung mehr ins Zentrum
des Geschehens rücken.
Gestützt
auf diese Beobachtungen etablierten wir ein modular aufgebautes, regelmäßig
stattfindendes Schulungsprogramm für die in unserer Klinik stationär
behandelten Diabetiker, welches sich aus folgenden Unterrichtseinheiten
zusammensetzt:
-
Was
ist Diabetes, Unterschiede Typ-I-/Typ-II-Diabetes, Krankheitsverlauf, Ursachen
-
Die
Selbstmessung/-überwachung des Blutzuckers. Ursachen einer Entgleisung des
Blutzuckers, Vermeidung und Behandlung der Hypoglycaemie
-
Ernährung bei Diabetes mellitus, zweimalige Beratung durch die Diätassistentin
in Gruppen, ggf. ergänzt durch Einzelberatung
-
Folgekrankheiten bzw. Komplikationen dieses wichtigen Risikofaktors
-
Diabetes und Sport, Besonderheiten z.B. durch vermehrte Glucose-Verbrennung
bei Sport
-
Diabetes und Fuß - warum gerade der Fuß (insbesondere bei bereits
eingetretener Polyneuropathie) eine derart herausragende Rolle spielt
Unabhängig von der Vermittlung dieser Schulungsinhalte wird in
Einzelgesprächen - zumeist im Rahmen der regelmäßig stattfindenden Visite -
anhand der ermittelten Blutzucker-Tagesprofil-Werte die aktuelle Einstellung
besprochen und ggf. die Behandlung angepasst. Hierbei ist eine angemessene, an
einer vernünftigen Kalorienbilanz orientierte Ernährung des Patienten von
herausragender Bedeutung. Der Patient erhält genügend Information, um den
bedarfsorientierten Speiseplan erstellen zu können und somit eine überkalorische
Ernährung zu vermeiden. In der Lehrküche können die Patienten unter kompetenter
Anleitung Grundprinzipen der gesunden und nährstofferhaltenden Zubereitung der
Speisen erlernen.
Sollte
die alleinige Ernährungsumstellung unzureichend sein bzw. (sofern
notwendig) die im Verlauf der stationären Beobachtung eingetretene
Körper-Gewichts-Verminderung die gewünschte Blutzucker-Senkung noch nicht
erreichen, ergibt sich ggf. die Notwendigkeit einer medikamentösen Behandlung,
bei Typ-II-Diabetes in der Regel als blutzuckersenkende Tabletten-Verordnung.
Ist -
nach meist langjähriger Tabletten-Einnahme-Dauer - auch eine orale (=
über den Magen-Darm-Trakt applizierte) Medikamenten-Verabreichung nicht mehr
ausreichend, so wird eine Umstellung auf Insulin-Injektionen angezeigt
sein. Ein solcher Schritt sollte auch heute noch unter stationären Bedingungen
erfolgen. Im Vordergrund der Bemühungen steht nunmehr die exakte Ermittlung des
Insulin-Bedarfes und der Zusammenstellung der verschiedenen Insulin-Sorten
(üblicherweise kurzwirksames Insulin zu den Hauptmahlzeiten, Verzögerungsinsulin
unabhängig hiervon).
Die
Aufklärung über die verschiedenen Wirkweisen der unterschiedlichen
Medikamenten-Gruppen ist selbstverständlich, gerade Diabetikerinnen und
Diabetiker haben häufig Begleiterkrankungen oder Folgeschäden, die ihrerseits
einer medikamentösen Therapie bedürfen, so dass Einnahme-Zeitpunkt, gegenseitige
Beeinflussung und besondere Risiken der einzelnen Wirkstoffe besprochen und
erlernt werden.
Oftmals
entgleist der diabetische Stoffwechsel durch anderweitige Erkrankungen wie
fieberhafter Infekt, vorausgegangene Operation, seelische Belastungen, aber auch
verborgene Krankheiten. Somit kann es durchaus notwendig sein, einem
unerklärlich entgleisten Diabetes mellitus durch eine systematische
Durchuntersuchung auf die Spur zu kommen. Auf diese Weise kann es vorkommen,
dass eine vereiterte Gallenblase, ein schwelender Harnwegsinfekt oder eine
bislang nicht beschwerdeauslösende maligne Erkrankung aufgedeckt werden, nach
deren Behandlung der Stoffwechsel wieder stabiler eingestellt werden kann. Ein
solcher Check up ist in der Wicker Klinik Bad Homburg möglich.
Ausgehend von wegweisenden Forschungsergebnissen der vergangenen 15 Jahre
werden Patientinnen und Patienten mit Diabetes mellitus krankengymnastisch und -
wenn möglich - auch mit medizinischer Trainingstherapie an den Geräten
unter fachkundiger Aufsicht behandelt. So zeigte sich nämlich, dass bei
diabetischen Sportlern in den Muskelzellen des Körpers nicht nur mehr Zucker
verbraucht, d.h. verbrannt, sondern vor allem die Bindungsfähigkeit für Insulin
an den Zelloberflächen erheblich verbessert wird - wahrscheinlich der
Haupteffekt der blutzuckersenkenden Wirkung körperlicher Aktivität und
Anstrengung.
Die
Kombination von Aufklärung der Patienten, Ernährungsumstellung, sofern notwendig
Gewichtsverringerung, Optimierung der medikamentösen Therapie sowie sportlicher
bzw. (kranken-)gymnastischer Aktivität verbessert eine Zuckerstoffwechselstörung
sehr deutlich, oftmals kann durch diesen ganzheitlichen Ansatz erstmals ein
zuvor unzureichend behandelter Diabetes gut eingestellt werden.
Diese
Behandlungsmöglichkeit nutzen wir in der Wicker Klinik Bad Homburg mit recht
guten Erfolgen.
Zugangswege zur Rehabilitationsbehandlung (Anschlussrehabilitation,
Anschlussheilverfahren)
·
Gesetzliche
Krankenversicherung,
·
Rentenversicherung ,
·
Private Krankenkassen
übernehmen die Kosten für eine Behandlung im Hause.
Vor
Aufnahme im Hause muss im Regelfall eine Kostenübernahmeerklärung des
Kostenträgers vorliegen. Die Kostenübernahme muss vom Patienten beim zuständigen
Kostenträger beantragt werden. Hierbei sind die niedergelassenen ärztlichen
Kollegen (Hausärzte, Internisten ) die die ambulante Betreuung gewährleistet
haben mit einzubinden.
Ihr
Team der Wicker Klinik Bad Homburg
Und hier ein Überblick über unsere weiteren Artikel zum Thema Diabetes:
Diabetes-Medikamente,
Diabetes mellitus,
Diabetes und
Sport
Ernährung
bei Diabetes:
Teil 1
- Theorie und allgemeine Empfehlungen
Teil 2
- Die Hauptbestandteile der Ernährung
Teil 3
- Getränke und ungeeignete Lebensmittel

Zur Klärung
weiterer medizinischer Fragen und Behandlungs- bzw. Therapiemöglichkeiten steht
Ihnen unser Chefarzt im persönlichen Gespräch gerne zur Verfügung. Bitte
vereinbaren Sie zuvor einen Termin in unserer Privatambulanz.
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Aktualisiert:
Juni 2010
Weitere
Informationen zu
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www.informationen-zu-krankheiten.de.
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Werner
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