Diabetes Medikamente
Ein Überblick zur Behandlung mit
Diabetes-Medikamente
n bei Diabetes mellitus
Die Inhalte dieses Unterrichtes zielen neben der Vermittlung genauer Kenntnisse über das Krankheitsbild und die Folgestörungen auf die tägliche Selbstmessung der Blutzuckerspiegel, ferner die regelmäßigen Überwachungsmaßnahmen wie Augenarztbesuche, Testverfahren zur Früherkennung einer (Poly-)Neuropathie, Kontrollen der Nierenfunktion etc. ab. Ein derartiges Schulungsprogramm wird auch in unserer Wicker-Klinik Bad Homburg regelmäßig durchgeführt. Wichtiges Element dieser Schulung vor der Schulung zu den spezifischen Diabetes-Medikamente n ist u.a. die mehrteilige Ernährungsberatung (unten finden Sie alle Links zum Thema Diabetes). Wird nach sachgerechter Umstellung der Ernährung festgestellt, dass sich die Zuckerwerte im Blut nach den Mahlzeiten (postprandial) normalisieren, ist zunächst der wichtigste Schritt getan: Oftmals kann beobachtet werden, dass sich über längere Zeit - gelegentlich bis zu Jahren - die Blutzuckerspiegel im oder nahe am Normbereich halten. Insbesondere die Gewichtsreduktion spielt hierbei häufig die ausschlaggebende Rolle - die Bauchspeicheldrüse kann auf diese Weise entlastet werden, d.h. der infolge Übergewichtigkeit vermehrte Insulinbedarf reguliert sich durch Verringerung der Körpermasse. Daneben hat konsequente regelmäßige Bewegung durch vermehrte Traubenzucker-Verbrennung in den Muskelzellen eine große Bedeutung. Zudem konnte nachgewiesen werden, dass die Insulin-Bindungsfähigkeit der (Muskel-)Zellen bei regelmäßiger Sportausübung erhöht, also verbessert wird. Wenn im Rahmen des Krankheitsverlaufes - trotz gesunder Ernährung und körperlicher Aktivität - ein Anstieg der postprandialen Blutzuckerwerte registriert wird, muss davon ausgegangen werden, dass nunmehr der Zeitpunkt eingetreten ist, an welchem zusätzlich eine Behandlung mit Diabetes-Medikamente n eingeleitet werden muss. Bei dieser Therapie mit Diabetes-Medikamente n wird zwischen verschiedenen Gruppen unterschieden:
Aus dieser Übersicht lässt sich ableiten, dass die Auswahl an Diabetes-Medikamente n - welche Medizin für welchen Patienten? - eine wesentliche Rolle spielt, um der besonderen Situation eines Diabetikers gerecht zu werden. So hätte es beispielsweise keinen Sinn, einer Patientin, einem Patienten Diabetes-Medikamente zu verabreichen, die eine Stimulation der Bauchspeicheldrüse im Sinne einer vermehrten Insulin-Freisetzung bewirken, wenn diese hierzu überhaupt nicht mehr imstande ist. Andererseits ist es nicht sinnvoll, eine ohnehin bereits infolge Übergewichtes unter Dauerstress stehende Bauchspeicheldrüse durch zusätzliche Medizin anzuregen (z.B. durch Glibenclamid bzw. Sulfonylharnstoffe) - hier wäre die angemessene Behandlung die Verringerung des Insulinbedarfes, der durch Gewichtsreduktion erzielt wird, so dass die Bauchspeicheldrüse entlastet wird. Neben der Ernährungsumstellung kämen hier Diabetes-Medikamente in Frage, welche die Zuckerverwertung in der Peripherie verbessern helfen (Metformin). Insulin-Injektionen werden immer dann eingesetzt werden müssen, wenn die Behandlung mit Ernährungsumstellung / Gewichtsverringerung alleine oder in Kombination mit Tabletten nicht (mehr) den angestrebten Effekt erreicht, d.h. den postprandialen Blutzucker auf die Zielgröße < 160 mg% senkt *. Diese 'Spritzen' werden heute üblicherweise mit kugelschreiberähnlichen Injektionshilfen durchgeführt (Optipen, Novopen etc.), so dass nach einer kurzen Schulung die Selbst-Applikation in der Regel problemlos durchgeführt werden kann. Insulin-Zufuhr per Inhalation über die Atemwege wird gegenwärtig (Jahr 2004) eingeführt und wird sich möglicherweise in Zukunft als eine noch einfachere Anwendungsart etablieren. Bei der Auswahl der Insulinsorte ist die jeweilige individuelle Situation des betroffenen Menschen zu berücksichtigen. Die Industrie stellt Insuline unterschiedlicher Wirk-Dauer und verschiedener '-Profile' zur Verfügung. Einerseits gelangen 'Normal-Insuline' zur Anwendung, deren Wirkung rasch eintritt, jedoch auch nach wenigen Stunden wieder abklingt. Daneben gibt es sog. Verzögerungsinsuline, die eine deutlich längere Wirk-Dauer aufweisen, jedoch auch später beginnen zu wirken. Seit etwa zwei Jahrzehnten werden Patienten vornehmlich auf die 'intensivierte Insulintherapie' eingestellt. Hierbei gelangen nebeneinander kurz- und verzögernd wirksames Insulin zur Anwendung: Jede Mahlzeit wird mit einem eigenen Normal-Insulin versorgt, d.h. vor jeder Mahlzeit injiziert der Patient seine ermittelte Insulinmenge. Unabhängig hiervon wird eine Langzeit-Insulin-Gabe (zumeist morgens und abends) verabfolgt, um dem natürlichen Phänomen Rechnung zu tragen, dass jeder Mensch zu allen Tages- und Nachtzeiten einen Grund-Stoffwechsel aufweist und somit den Bedarf an Insulin decken muss. Auf diese Weise behandelte Patienten werden üblicherweise ihren Blutzucker häufig (mehrfach täglich) selbst bestimmen, um zu überprüfen, ob die Zielsetzung erreicht wird oder ob die Insulin-Menge optimiert werden muss. Der je nach gewählter Insulin-Art unterschiedliche Spritz-Ess-Abstand ist durch ein in den 90er Jahren entwickeltes und in seiner Aminosäuresequenz verändertes Insulin, „Lispro", so kurz, dass eine Wartezeit vor dem Essen entfällt. Unmittelbar im Anschluss an die Injektion kann der Patient essen. Ein älteres Behandlungskonzept stellt die Mischung der verschiedenen Insulinsorten in einem definierten Verhältnis dar. So werden die beiden Komponenten Normal- und Verzögerungs-Insulin in einem Verhältnis von beispielsweise 30 zu 70 oder 50 zu 50 in einer Spritzampulle herstellerseitig angeboten und zumeist an zwei Zeitpunkten des Tages injiziert. Diese ohne Zweifel einfachere, wenig aufwendige Methodik stellt jedoch letztendlich einen Kompromiss dar, da zwar keine 5 Injektionen pro Tag (s.o.) erfolgen müssen, aber die Regelmäßigkeit der Mahlzeiten und Zwischenmahlzeiten zuverlässig eingehalten werden muss. Schließlich wirkt ja der relativ hohe Anteil des Verzögerungsinsulins der Mischspritze Tag und Nacht, so dass einer Unterzuckerung vorgebeugt werden muss. Die Flexibilität der Eßgewohnheiten ist somit bei der intensivierten Behandlung größer. In den vergangenen Jahren hat sich ein weiteres Behandlungskonzept etabliert, welches die Kombination aus Tabletten-Einnahme und Langzeit-Insulin-Behandlung vorsieht. Zumeist wird ein derartiges Verzögerungsinsulin (Lantus®) abends injiziert, während die Diabetes-Medikamente vom Sulfonylharnstoff-Typ (wie Glibenclamid) oder Metformin in üblicher Weise tagsüber eingenommen werden. Ebenfalls jüngere Therapieoptionen der vergangenen Jahre zielen darauf ab, die Insulinempfindlichkeit und damit Bindungsfähigkeit in Leber-, Muskel- und Fettgewebe zu erhöhen, also zu verbessern. Diese Diabetes-Medikamente, sog. Glitazone, senken ohne direkten Effekt auf die Bauchspeicheldrüse den Blutzucker, werden derzeit hierzulande aber nur in Kombination mit Sulfonylharnstoffen oder Metformin verschrieben. Es bleibt abzuwarten, wie die Entwicklung dieses Konzeptes in den nächsten Jahren von den Fachgesellschaften bewertet wird. Langzeiterfahrungen fehlen ebenfalls für die derzeit noch relativ teure Wirkstoffgruppe der Glinide, welche (ähnlich den Sulfonylharnstoffen) die Insulin-Ausschüttung aus der Bauchspeicheldrüse 'anschalten', dies aber wesentlich schneller als z.B. Euglucon® oder Amaryl®. Sämtliche hier dargestellte Behandlungsprinzipen für Diabetes-Medikamente werden - auch in der Wicker-Klinik Bad Homburg - mit unseren Patienten besprochen, eingerichtet und auf ihre Tauglichkeit hin überprüft. Die Vielfalt der Möglichkeiten scheint zunächst verwirrend, andererseits garantiert die reichhaltige Behandlungspalette, dass in aller Regel für jede noch so individuelle Lebensform eine Lösung gefunden werden kann. Bei dieser ggf. für Sie über einen langen Zeitraum entscheidenden Fragestellung hilft Ihnen gerne das Team der Wicker Klinik Bad Homburg Zugangswege zur Rehabilitationsbehandlung über folgende Kostenträger · Gesetzliche Krankenversicherung, · Rentenversicherung , · Private Krankenkassen übernehmen die Kosten für eine Behandlung im Hause. Vor Aufnahme im Hause muss im Regelfall eine Kostenübernahmeerklärung des Kostenträgers vorliegen. Die Kostenübernahme muss vom Patienten beim zuständigen Kostenträger beantragt werden. Hierbei sind die niedergelassenen ärztlichen Kollegen (Hausarzt, Internist, Orthopäde) die die ambulante Betreuung gewährleistet haben, mit einzubinden.* Anm.: In internationalen Studien werden postprandiale Grenzwerte von 180 mg % angegeben. Der Grund hierfür ist, dass in der BRD Blutzucker-Bestimmungen aus dem Kapillarblut erfolgen, wohingegen im Ausland der um ca. 10 % höhere Serum-Wert Anwendung findet. Ihr Team der Wicker Klinik Bad Homburg
Und hier ein Überblick über unsere weiteren Artikel zum Thema Diabetes:
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